Feiertage mit Familie – 4 Dinge, die mir helfen, gut durch diese Zeit zu kommen

Die Feiertage gelten als besondere Zeit. Als Tage der Nähe, des Zusammenseins und der Ruhe. Und doch erleben viele Menschen sie ganz anders.

Wenn viel zusammenkommt – Erwartungen, Gespräche, Nähe, alte Dynamiken – kann sich diese Zeit schnell intensiv anfühlen. Nicht nur im Kopf, sondern auch im Körper. Innere Unruhe, Erschöpfung oder körperliche Reaktionen sind dann keine Seltenheit. Gerade dann, wenn Stress sich bei dir spürbar bemerkbar macht.

Vielleicht freust du dich auf das Zusammensein und merkst gleichzeitig, dass es dich Kraft kostet. Vielleicht möchtest du genießen, fühlst dich aber schneller angespannt als sonst. Beides darf nebeneinander existieren.

Die folgenden Gedanken sind Dinge, die mir in dieser Zeit helfen – und vielleicht auch dir ein wenig Orientierung und Entlastung geben können.

Grenzen setzen ist kein Egoismus

Eines der wichtigsten Dinge, die ich in den letzten Jahren gelernt habe, ist, meine eigenen Grenzen ernst zu nehmen – auch und vor allem an Feiertagen. Nicht, weil ich nicht gerne Zeit mit meiner Familie verbringe, sondern weil ich Grenzen ganz bewusst in mein Leben eingebaut habe, um gut für mich zu sorgen und mich selbst nicht aus den Augen zu verlieren.

Für mich hat das nichts mit Egoismus zu tun. Im Gegenteil. Wenn eigene Grenzen übergangen werden, steigt oft die innere Anspannung. Das Nervensystem kommt nicht mehr richtig zur Ruhe, und genau das zeigt sich dann nicht nur emotional, sondern auch körperlich. Innere Unruhe, Ängste oder auch Schmerzen können stärker werden, einfach weil zu viel auf einmal passiert.

Grenzen müssen dabei nicht immer groß oder deutlich sein. Klar, sie können laut sein, wenn es sich richtig anfühlt. Aber gerade am Anfang, oder wenn man sich noch unsicher ist, dürfen sie auch ganz leise aussehen. Vielleicht bedeutet es, sich bei bestimmten Dingen nicht mehr zu rechtfertigen, früher schlafen zu gehen oder kurz an die frische Luft zu gehen. Nach außen fällt das oft kaum auf – innen kann es aber schon viel verändern.

Unser Nervensystem braucht Signale von Sicherheit, um aus diesem dauerhaften Stresszustand herauszufinden. Grenzen sind genau solche Signale. Sie zeigen dem Körper, dass er nicht ständig über sich hinausgehen muss – und schaffen damit die Grundlage dafür, dass sich innere Anspannung und körperliche Symptome langsam wieder beruhigen können.

Grenzen schützen nicht nur deine Energie – sie geben deinem Nervensystem Sicherheit.

Plane dir bewusst einen Rückzugsort ein

Darauf aufbauend habe ich für mich gemerkt, wie hilfreich es ist, mir ganz bewusst einen Rückzugsort einzuplanen. Oder so etwas wie einen kleinen inneren Notfallkoffer. Etwas, worauf ich zurückgreifen kann, wenn ich merke, dass es mir zu viel wird. Das kann ganz praktisch sein, zum Beispiel ein Igelball, ein beruhigender Duft wie Lavendel oder etwas anderes, das meinem Körper signalisiert: Ich bin sicher, ich bin entspannt.

Dabei ist für mich weniger wichtig, wie dieser Ort aussieht. Ich finde es viel wichtiger zu wissen, dass es ihn gibt. Zu wissen: Wenn es zu viel wird, habe ich einen Platz oder eine Sache, zu der ich mich zurückziehen kann.

Dieser Rückzugsort kann ganz unterschiedlich aussehen. Zum Beispiel das eigene Zimmer oder ein kurzer Spaziergang. Ich finde Meditation auch sehr hilfreich. Allein zu wissen, dass es diese Möglichkeit gibt, senkt bei mir oft schon die Unruhe.

Schon das Wissen um Rückzug kann innerlich entlasten.

Stress zeigt sich bei mir auch körperlich

Ein Thema, das mich an Feiertagen immer wieder begleitet, sind meine körperlichen Reaktionen auf Stress. Bei mir zeigen sie sich vor allem durch Migräneattacken und Darmbeschwerden. Das ist nichts Neues für mich, aber an Feiertagen wird es oft spürbarer.

Gerade bei meinen Darmbeschwerden habe ich gemerkt, dass der starke Fokus auf das Essen nicht immer hilfreich ist. Man isst mehr als sonst, andere Dinge, und die gewohnte Routine fällt weg. Dementsprechend reagierte mein Darm empfindlicher. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass das nur ein Teil davon ist. Mein Darm reagiert nicht nur auf Lebensmittel, sondern auch stark auf Stress.

Das liegt daran, dass der Darm eng mit dem Gehirn verbunden ist. Wenn ich gestresst bin, reagiert mein Körper darauf. Und gestresst zu sein, passiert an Feiertagen schneller, als man denkt. Rückzug fehlt, Gespräche werden anstrengend, Erwartungen sind hoch. Die innere Anspannung steigt – und bei mir zeigt sich das dann zum Beispiel durch Blähungen, Durchfall oder eben auch dadurch, dass ich schneller Migräne bekomme.

Was mir in solchen Momenten hilft, ist mir bewusst zu sagen: Mit meinem Körper an sich ist alles okay. Ich bin nicht krank und ich habe nichts falsch gemacht. Mein Nervensystem ist gerade überfordert und versucht, mir das zu zeigen.

Genau deshalb sind die Dinge, die ich zuvor beschrieben habe, so wichtig für mich. Grenzen zu setzen und mir einen Rückzugsort zu erlauben, hilft meinem Körper, wieder etwas Sicherheit zu finden. Nicht, um Symptome sofort loszuwerden, sondern um meinem Nervensystem zu signalisieren: Es ist gerade okay. Ich kümmere mich um dich.

Körperliche Symptome sind oft ein Zeichen von Überforderung – nicht von Versagen.

Du musst diese Zeit nicht perfekt erleben

Etwas, das mir – und wahrscheinlich auch vielen anderen – an Feiertagen lange zusätzlichen Druck gemacht hat, war die Vorstellung, dass diese Zeit besonders schön, ruhig und harmonisch sein muss. Also eigentlich perfekt. Vor allem durch Social Media bekommt man schnell das Gefühl, dass alle anderen genau das erleben: perfekte Weihnachten, perfekte Familienmomente, perfekte Übergänge ins neue Jahr.

Und dann fängt man an, sich zu vergleichen. Dieser Anspruch erzeugt unglaublich viel Stress. Vor allem dann, wenn es in der eigenen Familie eben nicht so ist. Wenn Dinge anstrengend sind, wenn es Konflikte gibt oder wenn man merkt, dass man sich eigentlich ganz anders fühlt, als man „sollte“. Schnell kommen dann schlechte Laune, Traurigkeit oder Schuldgefühle dazu – und man weiß gar nicht so richtig, wohin mit all dem.

Mir hilft es sehr, diesen Anspruch bewusst loszulassen. Mir zu sagen, dass die Feiertage kein Highlight sein müssen. Sie dürfen auch einfach vorbeigehen. Ohne große Gefühle, ohne besondere Erlebnisse, ohne dass sich alles richtig anfühlen muss.

Allein das nimmt schon extrem viel Druck raus. Und je weniger Druck ich mir mache, desto ruhiger werde ich – und oft auch mein Körper. Nicht, weil plötzlich alles gut ist, sondern weil ich mir erlaube, die Dinge so zu nehmen, wie sie gerade sind. Niemand ist perfekt. Und vieles auf Social Media ist nicht so, wie es aussieht.

Für mich bedeutet das, mich immer wieder auf mein eigenes Wohlbefinden zu fokussieren. Zu akzeptieren, wie es ist, und das Beste daraus zu machen – ohne mich selbst dafür zu verurteilen.

Niemand ist perfekt und die Feiertage müssen das auch nicht sein. Das ist vollkommen okay.

Zum Schluss

Ich hoffe, diese Gedanken können dir ein bisschen helfen, gut und sorgsam durch diese Zeit zu kommen. Egal, ob du Weihnachten feierst oder einfach ein paar freie Tage hast: Ich wünsche dir ruhige Momente, kleine Pausen und einen liebevollen Umgang mit dir selbst.

Und einen guten Rutsch ins neue Jahr 🤍
Wir hören uns auf jeden Fall nächstes Jahr wieder.

xx Miki

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